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Vor dem Eingang des TheaterFigurenMuseums


25 June 2019 | By Huang Qinming | SISU

Während der Osterferien sind meine Studienkolleginnen und ich nach Hamburg gefahren. Da Lübeck nicht weit von Hamburg liegt, haben wir einen Tag in Lübeck verbracht. Wir haben auf eigene Faust diese kleine Stadt besucht.

Nach der Ankunft bin ich direkt zum TheaterFigurenMuseum gelaufen, weil ich seit Langem neugierig war, wie man sich fühlt, wenn man gleichzeitig tausende Puppen sieht. Aber ich hatte kein Glück. Vor dem Eingang des TheaterFigurenMuseums habe ich erfahren, dass das Museum im Jahr 2017 für voraussichtlich zwei Jahre für umfangreiche Sanierungsarbeiten geschlossen wurde.

Ich wollte dann eine Postkarte kaufen und weggehen. Es erstaunte mich, als ich einige Postkarten sah, auf denen chinesische Figuren von Schattenspielen und der Peking-Oper abgebildet waren. Deshalb fragte ich einen Mitarbeiter danach, der vermutlich im Alter von 40 oder 50 war. Er hat mir gesagt, dass in diesem Museum nicht nur westliche Puppen, sondern auch asiatische Puppen, beispielsweise Puppen aus Japan und China ausgestellt werden. Wegen seiner Liebe zu Puppen schätzt er Puppen aus allen Kulturen. Er hat mir erzählt, dass es ihm Kummer bereitete, als er erfuhr, dass viele Puppen, besonders die des Schattenspiels, während der Kulturrevolution in China komplett zerstört wurden. Und er war sehr glücklich und hielt vor Aufregung seinen Kollegen in den Armen fest, als er bei einem Kollegen in China unter dem aufgehebelten Boden die ganzen Requisiten sah. Wenn er auf diese Erfahrung zurückschaute, gelang es ihm nicht, die Tränen zurückzuhalten.

Er ist kein angeborener Lübecker, sondern in Berlin geboren und aufgewachsen. Er wollte seinen Lebensabend aber in Lübeck verbringen, weil er der Meinung war, dass eine Stadt, die Kulturerbe schätzt, für immer lebenswert ist. In seiner Heimat sind viele Gebäude renoviert worden. Eigentlich ist es gut, aber einige Renovierungen haben die Urform der Gebäude verändert, was ihm nicht so gut gefallen hat. Deswegen zog er nach Lübeck und arbeitet im Puppenmuseum.

Seine Worte erinnerten mich an eine Arbeit zum Thema „Der Schutz der alten Städte“. Darin stehen Beispiele, wie die Gebäude in Berlin und Lübeck renoviert worden sind. Zum Beispiel wurde eine Fabrik in ein Krankenhaus umgewandelt, ein Lager in ein Einkaufszentrum, eine Fischfarm in ein Museum und ein Hotel in ein Forschungszentrum. Zwar wurden die Funktionen der Gebäude verändert, aber der ursprüngliche Baustil, Maßstab und sogar die Originalfarbe wurden bis heute bewahrt. Ich bin für dieses Programm, weil die Stadt durch die Renovierungsarbeit ihre einmalige Geschichte aufbewahrt. Das heißt, dass die Stadt in der sich rasch entwickelnden Gesellschaft ihre Identität nicht verliert.

Obgleich ich nicht in das Museum gehen konnte, hatte ich viel nachgedacht und gelernt, als ob ich das Museum besucht hätte.

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs und gegenwärtig als Austauschstudentin an der Universität Bayreuth; Korrektur: C. H. Y. & C. A.)

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