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Prof. Dr. Han Ruixiang: Die ästhetische Modernität der Wiener Moderne


22 April 2021 | By Chen Jingsi | SISU

Am 15. April 2021 fand die 17. Sitzung der Vorlesungsserie im Rahmen des deutsch-chinesischen wissenschaftlichen und kulturellen Austausches online statt. Als Referent hielt Professor Han Ruixiang, ordentlicher Professor der Beijing Foreign Studies University einen Vortrag über das Thema „Die ästhetische Modernität der Wiener Moderne“. Der Vortrag wurde von über 180 Studierenden und Lehrenden der SISU sowie von anderen Hochschulen besucht.

Am Anfang des Vortrags stellte Professor Han den historischen Hintergrund der Wiener Moderne vor. Gegen Ende der Habsburger-Monarchie herrschte in der österreichischen Gesellschaft eine weit verbreitete Stimmung der „fröhlichen Apokalypse“. Wien wurde zu einer weltweit berühmten Kulturmetropole und die Wiener Moderne galt als Widerspiegelung dieser bunten Kultur in Wien um die Jahrhundertwende.

Im Gegensatz zum Berliner Naturalismus und dessen „Ästhetik des Hässlichen“ konzentrierte sich die Wiener Moderne auf die Subjektivität sowie auf die Innenwelt. Als unkonventionelle Themen galten das Ich, der Geist und die Träume als Kern künstlerischer Schöpfung. Der Literaturkritiker und Schriftsteller Hermann Bahr, der sich sowohl in der Berliner als auch in der Wiener literarischen Strömung engagierte, legte in seinem Aufsatz „Die Moderne“ die Grundlage für die besondere Ästhetik der Wiener Moderne.

Die Entstehung der Wiener Moderne stand auch unter dem Einfluss von zeitgenössischen Wissenschaftlern und Akademikern. In diesem Zusammenhang sind vor allem Ernst Mach und Sigmund Freud zu nennen. Ernst Machs „Analyse der Empfindungen“ und der Begriff des „unrettbaren Ichs“ bildeten die ästhetische Basis der Wiener Moderne. Durch Freuds Psychoanalyse und „Traumdeutung“ wurden Träume zu einem wichtigen Mittel der Selbsterkenntnis erklärt.

Im Anschluss daran skizzierte Professor Han die Wiener Perspektive in den Werken von Arthur Schnitzler und Hugo von Hofmannsthal. Anhand von Textauszügen aus Schnitzlers „Anatol“, „Leutnant Gustl“ und Hofmannsthals „Ein Brief“ beleuchtete Professor Han das einsame Ich, das Schweigen des Subjekts und die verborgenen Sehnsüchte der Menschen in den literarischen Werken der Wiener Moderne.

Im abschließenden Teil seines Vortrags fasste Professor Han zusammen, dass die besondere Ästhetik und die Modernität der Wiener Moderne als Empfindungen ihrer Zeit und ebenfalls Reaktionen darauf zu verstehen seien. Für die Wiener Moderne sind das Ich, der Geist und die Träume nicht nur die Gegenstände und Mittel ihrer Wahrnehmung, sondern auch Merkmale ihrer ästhetischen Modernität.

(Verfasserin: Germanistikstudentin im 1. Jahrgang des Aufbaustudiums; Korrekturlesen: C. H. Y. & S. R.)

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