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Meine Tandempartnerin und ich


10 April 2017 | By Huang Yuyan | SISU

Nach meiner Ankunft in Heidelberg habe ich nach einer Tandempartnerin gesucht, um mein Deutsch zu verbessern, die deutsche Kultur und selbstverständlich auch die Deutschen besser kennen zu lernen. Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, und Carolyn ist meine Tandempartnerin geworden.

Aber es ist nicht so leicht, eine Tandempartnerin zu finden. Als ich mich am Anfang des Wintersemesters an der Universität darum beworben habe, wurde mir bald darauf in einer E-Mail mitgeteilt, dass es sehr schwierig sei, deutsche Studenten zu finden, die eine chinesische Tandempartnerin suchen und dass auf der Warteliste vor mir noch etliche Namen stünden. Wenn ich bis November keine weitere E-Mail bekäme, dann wäre es nichts mit der Tandempartnerin.

Das hat mich natürlich enttäuscht, aber dann habe ich mich mit dem neuen Leben und dem neuen Studium beschäftigt und fast vergessen, dass ich eine E-Mail zur Suche nach einer Tandempartnerin geschickt hatte. Unerwartet hat mein Handy am Nachmittag des 31. Oktober vibriert, was darauf hingewiesen hat, dass ich eine Mail bekommen hatte: „Liebe Frau Huang, Ihre Anmeldung für ein Chinesisch-Deutsch-Tandem habe ich erhalten. Hier sind die Kontaktdaten Ihrer Tandempartnerin für Deutsch: Sie heißt Carolyn ...“

Carolyn studiert in Heidelberg Biologie und als Nebenfach Chinesisch. Obwohl ihre Studienfächer mich ein wenig überrascht hatten, habe ich schnell mit ihr Kontakt aufgenommen. Wir haben miteinander vereinbart, uns in der bekannten Heidelberger Mensa zu treffen. Zuvor war ich ganz nervös, ich sorgte mich um mein Deutsch und stellte mir auch die Verlegenheit vor, in der wir beide nicht wissen, wovon wir weiter sprechen sollen. Aber als ich in Marstall ein lächelndes, sympathisches Mädchen mit lockigen Haaren sah, waren alle Sorgen wie weggeblasen.

Beim ersten Treffen haben wir vereinbart, dass jedes Treffen eine Stunde für Deutsch und eine Stunde für Chinesisch einschließt. In Wirklichkeit treffen wir uns jedes Mal zumindest sechs Stunden, manchmal zwölf Stunden. Mit Carolyns Hilfe verbessere ich sowohl mein mündliches als auch schriftliches Deutsch und erfahre mehr über die deutsche Kultur. Und ich wurde in meinem Leben zum ersten Mal chinesische Lehrerin, die auf Deutsch einer Ausländerin chinesische Sprachkenntnisse vermittelt und ihr von der chinesischen Kultur erzählt.

Carolyn ist eine sehr aufmerksame, geduldige und gelehrte Lehrerin, die mit mir über viele verschiedene Themen spricht. Beispielsweise diskutieren wir über das Bildungssystem, den Umweltschutz und Frauen im Arbeitsleben. Jedes Mal, wenn ich beim Sprechen Fehler mache, korrigiert sie mich direkt und sagt mir den richtigen deutschen Ausdruck. Wenn mir ein deutscher Ausdruck nicht einfällt, versuche ich immer, auf Deutsch zu erklären, was ich meine, anstatt den englischen Begriff zu verwenden, weil sie darauf besteht und davon überzeugt ist, dass meine Sprachkenntnisse auf diese Weise schneller erweitert und vertieft werden können.

Unsere Lernmethoden sind vielfältig. Sie bringt manchmal Zeitungen mit, auf deren Rückseite ein Kreuzworträtsel oder eine Anzeige namens „Bekanntschaften“ stehen, die wir dann zusammen lesen oder zu lösen versuchen. Ich bringe oft selbst gemachte chinesische Karten mit und schaue mir mit ihr die vorbereiteten Videos an.

Darüber hinaus treffen wir uns auch oft außerhalb des Sprachlernens in der Freizeit. Vor Weihnachten gingen wir zum Weihnachtsmarkt, gaben einander Vorschläge beim Kauf des Schmucks, wobei sie mir auch die Tradition und die Geschichte von Weihnachten in Deutschland erzählte. Manchmal bummeln wir auf der Hauptstraße und spazieren zur Buchhandlung oder zum Buchaustauschmarkt, wo wir fast einen ganzen Nachmittag verbringen können. Als Biologin ist Carolyn begeistert von Bioprodukten. Mit ihr besuchte ich das Geschäft namens „Unverpackt“, in dem man selbst Dosen und Tüten mitbringen sollte und alle Produkte Bioprodukte sind.

Am Semesterende habe ich ein chinesisches Essen gemacht und sie zum Essen eingeladen. Das authentische chinesische Essen hat sie fasziniert und sie hat sich entschieden, mich in naher Zukunft in China zu besuchen und mehr chinesische Gerichte zu kosten. Daneben haben wir uns Filme zusammen angesehen und sind am Rosenmontag nach Mainz gefahren, um den zweitgrößten Faschingsumzug Deutschlands zu erleben.

Als wir von Mainz nach Heidelberg zurückgefahren sind, haben wir vereinbart, zusammen den Rosenmontag in Köln zu feiern, wenn wir uns übernächstes Jahr in Deutschland treffen. Aber vielleicht wird sie mich doch eher zuvor noch in China besuchen: Da kann ich ihr eine Menge von China zeigen!

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs und zuvor als Austauschstudentin an der Universität Heidelberg; Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

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