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Familiengeschichte als Fenster zur Deutschlandgeschichte – Zur Fernsehserie „Das Adlon – Eine Familiensaga“


12 August 2017 | By Zhu Yue | SISU

Das weltberühmte Brandenburger Tor ist allen bekannt und gilt als ein wichtiger Zeuge der jüngeren deutschen Geschichte. Daneben steht das Hotel Adlon, das eine schöne Aussicht auf das Brandenburger Tor gewährt. 1907 fertig gebaut überlebt das Hotel den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik, den Zweiten Weltkrieg, den Kalten Krieg, das Wirtschaftswunder, die Wiedervereinigung Deutschlands und viel mehr. Damit ist es auch zu einem wichtigen Zeugen der Geschichte Deutschlands geworden.

Vor diesem Hintergrund hat das ZDF eine dreiteilige Fernsehserie mit dem Titel „Das Adlon. Eine Familiensaga“ gedreht, in der es um die Gründerfamilie Adlon und die Geschichte des Hotels von der Errichtung des Hotels 1904 bis zu seiner Wiedereröffnung 1997 geht. Das ist an sich eine Familiengeschichte, aber gleichzeitig spiegelt sie die Geschichte der Nation und das Schicksal des Nationalstaates wider.

Der erste Teil beginnt mit der Geburt der Protagonistin Sonja Schadt. Ihr Großvater hatte einen guten Freund, Lorenz Adlon, der den Bau eines großen und modernen Hotels im Herzen Berlins am Brandenburger Tor plante. Zwar mangelte es ihm an Geldmitteln, aber er konnte den Kaiser Wilhelm II überzeugen, sein großes Vorhaben finanziell zu unterstützen. Danach brach der Erste Weltkrieg aus, der schließlich zum Ende des Kaiserreichs führte. Angesichts dieser Tatsache geriet das Hotel in große finanzielle Schwierigkeiten.

Der zweite Teil spielt in der Weimarer Republik, also im Zeitraum zwischen 1918 und 1933. Zu Beginn des zweiten Teils sind Sonja Schadts Großeltern gestorben, weshalb sie ins Hotel Adlon zog. Hier lernte sie den Pianisten und Journalisten Julian Zimmermann kennen und verliebte sich in ihn. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Sonjas Freund Julian, der Jude war, von der Gestapo verhaftet und für drei Jahre in „Schutzhaft“ genommen. Dadurch wurde das Liebespaar getrennt.

Im dritten Teil besuchte Sonja Schadt Julian Zimmermann im Schutzhaftlager und teilte ihm mit, dass sie schwanger sei. Drei Jahre später wurde Julian entlassen und die Familie wurde wieder vereint. Aber wegen einer Intrige glaubte Julian fälschlicherweise, dass Sonja ihn verraten und sich für die Zusammenarbeit mit den Nazis entschieden hatte. Dieses Mißverständnis führte dazu, dass Julian die gemeinsame Tochter nahm und untertauchte. Kaum war also die Familie beisammen,  wurde sie schon wieder getrennt.

Während des Zweiten Weltkriegs schlossen sich viele Hotels dem Nationalsozialismus an, um gute Geschäfte zu machen. Aber im Hotel Adlon versuchte der Hotelbesitzer, sich aus der Politik herauszuhalten. Deshalb wurde das Hotel Adlon von den Nazis sehr selten besucht. Ganz im Gegensatz dazu nahm das Hotel Adlon sogar viele Kriegsverletzte und Obdachlose auf, deren Häuser durch die Bombardierungen zerstört worden sind.

Nach den Bombenangriffen auf Berlin besetzten die Russen das Hotel Adlon. Im Jahr 1952 traf Sonja eine Sozialistin aus der DDR, die eigentlich Sonjas leibliche Tochter war. Von ihr erfuhr Sonja, dass Julian noch lebte. Im Jahr 1956 besuchte Julian Berlin. Zwanzig Jahre nach der Trennung kam es endlich zu einem Wiedertreffen mit Sonja.

Die letzte Szene spielt im Jahr 1997. Sieben Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands besuchte die 93-jährige Sonja das neu eröffnete Hotel Adlon und erinnerte sich an ihr persönliches Leben und an die Geschichte des Hotels.

Diese Fernsehserie habe ich mir in den letzten Sommerferien angesehen. Die rührende Geschichte mit dem wechselhaften Personenschicksal hat mich tief bewegt. Es wird immer gesagt, dass die deutschen Filme zu philosophisch und deshalb nicht mehr genießbar seien. Aber die Adlon-Geschichte hat meine Vorurteile gegenüber dem deutschen Film beseitigt. Die Geschichte ist gut aufgebaut, indem das Personenschicksal mit der Entwicklung der Nation und des Staates eng verbunden ist. In dieser Hinsicht kann ich diese Fernsehserie nur empfehlen, da sie die deutsche Geschichte auf eine unterhaltsame Weise erzählt und einen leichteren Zugang zu dem unbeständigen Teil der deutschen Geschichte bietet.

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 2. Jahrgangs; Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

 

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