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Mein erstes Referat an der deutschen Universität


23 December 2017 | By Yang Yingdanna | SISU

Der 27. November ist ein ungewöhnlicher Tag für mich, weil ich an diesem Tag mein erstes Referat an der deutschen Universität gehalten habe. Wenn ich auf die letzten zwei Wochen zurückblicke, war es für mich stressig, aber durchaus sinnvoll.

Am Anfang des Semesters habe ich an der Universität Bayreuth das Seminar „Theorien und Methoden der interkulturellen Linguistik“ gewählt. In Deutschland ist das Seminar ein wichtiger Typ der universitären Lehrveranstaltung, bei dem die Teilnehmer*innen unter wissenschaftlicher Anleitung bestimmte Themen erarbeiten. Es zeichnet sich durch große Interaktivität zwischen dem Dozenten/der Dozentin und den Seminarteilnehmer*innen aus, die auf umfassendem Vorwissen der Teilnehmenden basiert. Das bedeutet, dass die Teilnehmenden vor jeder Sitzung viel zu lesen haben. In unserem Kurs sind es etwa zwanzig Seiten wissenschaftliche Texte pro Woche. Das ist für mich, da ich nur zwei Jahre Deutsch gelernt habe, eine Herausforderung.

Im Vergleich zur Präsentation in China ist das Referat ein bisschen anders: Es beruht auf der Literatur, auf die der Dozent die Teilnehmer*innen zum Thema verweist, und auf den vom Dozenten hinter dem Text angefügten Fragen. Das Ziel des Referates ist, den Inhalt des Textes ausführlich und fragenorientiert darzustellen.

Um mein Referat erfolgreich zu halten, fing ich vor zwei Wochen schon mit der Vorbereitung an. In meinem Referat geht es um den semiotischen Kulturbegriff von Geertz, der mir absolut fremd war. Bevor ich die Literatur über mein Thema las, hatte ich zuerst versucht, mir Grundinformationen zum Text zu beschaffen. Ich surfte im Internet, um mich über den Autor und den Begriff meines Themas zu informieren. Erst dann begann ich den Text zu lesen.

Aufgrund der schwierig zu verstehenden Wissenschaftssprache und des abstrakten Kulturbegriffs hatte ich immer noch wenig begriffen, nachdem ich den Text schon zweimal gelesen hatte. Dabei versuchte ich auch, die Texte zu lesen, die der Autor in der Anmerkung erwähnte, beispielsweise den Originaltext von Geertz über diese Theorie, damit ich über diesen Begriff weitere Einsichten gewann. Ich las sorgfältig und markierte dabei die Stellen, die mir wichtig erschienen, trotzdem blieben mir noch zahlreiche Stellen unverständlich.

Unter diesen Umständen konnte ich mich nur an meine Dozentin, Frau Künkel, wenden. Ich hatte per E-Mail einen Termin mit ihr vereinbart. Bevor ich in ihre Sprechstunde ging, habe ich meine Fragen und die Gliederung meines Referats aufgeschrieben. Bei unserem Gespräch antwortete Frau Künkel auf meine Fragen und machte konstruktive Vorschläge zu meiner Gliederung. Sie hat mir gesagt, dass sie sich in meine Notlage einfühlen könnte, weil sie vorher an einer Universität in China studiert hatte und wusste, dass die Sprachvermittlung im Mittelpunkt des Germanistikstudiums in China stehe. Aus diesem Grund sei das Lesen der wissenschaftlichen Texte schwierig.

Anhand der Erklärung meiner Dozentin las ich den Text noch einige Male und bis zum Vorabend meines Referats verbesserte ich ständig mein Manuskript und Handout, um meinen Kommilitoninnen und Kommilitonen mein Thema besser vorstellen zu können.

Meine Mühe dieser zwei Wochen hat sich gelohnt! Nach der Sitzung habe ich eine E-Mail von Frau Künkel bekommen. Sie hat mir geschrieben: „Ich möchte Ihnen nochmals ausdrücklich mitteilen, dass Sie Ihr Referat ausgezeichnet vorbereitet und gehalten haben. Das ist nicht selbstverständlich.“                   

(Die Verfasserin ist Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs und macht gegenwärtig ein Auslandssemester in Bayreuth. Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

 

 

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