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Gespräche mit ISN Bayreuth


31 January 2018 | By Lu Tianhao | SISU

Bisher habe ich zwei Monate in Deutschland verbracht, und zwar an der Universität Bayreuth. Als Ausländerin muss ich mich um vieles kümmern. Neben dem Studium muss ich für vieles sorgen: ein neues Bankkonto muss eröffnet werden, eine Krankenversicherung habe ich abzuschließen, auch auf die Abfallsortierung muss in Deutschland besondere Aufmerksamkeit gelegt werden.

Also die Anpassung an das neue Leben ist nicht leicht. Um das Einleben der ausländischen Studenten zu erleichtern, bietet das International Office (INO, eine Abteilung von der Univerwaltung) verschiedene Unterstützungsmaßnahmen an. Zugleich fällt mir noch eine andere Organisation auf: Sie heißt International Student Network (ISN) Bayreuth und ihr Team besteht nur aus engagierten Studenten der Universität.

Das ISN Bayreuth ist eine studentische Organisation an der Universität Bayreuth. Auf ihrer Facebook-Seite steht ihr Ziel wie folgend formuliert: „die Integration internationaler Studierender zu fördern, ihnen das Leben und die Kultur in Deutschland näher zu bringen, sowie ihren Aufenthalt bei uns zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen“. Ich selbst habe an mehreren durch das ISN Bayreuth organisierten Veranstaltungen teilgenommen. Beispielsweise gab es während der Orientierungswoche einen „Speed Speaking“-Abend, da wurden Möglichkeiten geboten, andere internationale Studenten kennenzulernen und sich mit ihnen zu unterhalten. Im Oktober und November habe ich mit ISN schöne Ausflüge nach Rottenburg und Berlin gemacht.

Ich war davon beeindruckt, wie gut die Veranstaltungen organisiert worden sind. An der SISU habe ich in der Studentenvereinigung der Germanistischen Fakultät gearbeitet, weshalb mir eventuelle Probleme und Schwierigkeiten bewusst sind. Glücklicherweise hatte ich die Chance, mit Vanessa Ebert, Lea Altenfeld und Paco Montes, drei Sprechern vom ISN Bayreuth, gesprochen zu habe, damit ich diese Organisation besser kennen lerne und vielleicht auch was von ihren Erfahrungen lernen werde.

Mitglieder und Struktur

Vanessa habe ich zuerst kennengelernt. Sie studiert Betriebswirtschaftslehre und ist jetzt in ihrem dritten Semester. „Ich komme aus Plech, Oberfranken, also von hier aus der Region“, sagte Vanessa. Sie ist reiselustig, macht in ihrer Freizeit gerne Sport, „aber für einen Kaffee mit Freunden bin ich natürlich auch immer zu haben.“

Gleich im ersten Semester ist Vanessa dem ISN beigetreten. Eigentlich interessierte sie sich für ein Studium im Ausland, aber am „Mensaabend“, wo die studentischen Eigeninitiativen vorgestellt werden, stieß sie zufälligerweise auf diese Organisation, die auch ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. „Ich fand die Möglichkeiten auch ziemlich interessant, mit internationalen Studierenden hier in Bayreuth zu arbeiten und in Kontakt zu treten, und bin daraufhin auf einige ISN-Treffen gegangen. So fing also alles an.“

Lea kommt ursprünglich aus Velbert, einer Stadt in der Nähe von Düsseldorf und Essen. In Bayreuth studiert sie Internationale Wirtschaft und Entwicklung und ist momentan im fünften Semester. Reisen, Musik, Sport und Freunde zu treffen machen ihr Spaß.

Seit dem Sommersemester 2017 ist Lea bei ISN, weil sie Lust hatte, sich neben dem Studium zu engagieren. „Ich habe mich fürs ISN entschieden, da man sonst die internationalen Studenten an der Uni nur schwer kennenlernen kann.“ Lea hat den kulturellen Austausch zu schätzen gelernt. „Seitdem ich nach dem Abitur selbst ein Jahr im Ausland war, macht es mir großen Spaß, mich mit Menschen aus anderen Kulturen auszutauschen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es gerade am Anfang schwer sein kann, sich in einem neuen Land zurechtzufinden, und wollte die internationalen Studierenden dabei unterstützen. Außerdem macht es mir Spaß, Events zu planen.“

Paco kommt aus Guadalajara, Mexiko. Er ist nach Bayreuth gekommen, um Jura zu studieren. In der Freizeit ist Paco ein begeisterter Leser, Fußballspieler und Klavierspieler, er findet das Sprachenlernen auch ganz interessant. Er hat gerade mit dem Deutschlernen angefangen, weshalb er meine Fragen nur auf Englisch beantworten konnte. Er hat mir mitgeteilt, dass er Mitglied von ISN werden wollte, nachdem er Leute vom ISN kennengelernt und bei der Planung der Veranstaltungen geholfen hatte.

Sie haben mir erklärt, dass das ISN eigentlich keine große Organisation ist. Sie sind Sprecher dieser Organisation und zugleich übernehmen sie auch die Leitung des ISN, kümmern sich um Veranstaltungen, Ausflüge und sonstige Events. Die restlichen „Kollegen“ helfen auf freiwilliger Basis, deren Anzahl zurzeit bei ungefähr 15 Studierenden liegt. Die Arbeitsaufteilung geschieht mündlich untereinander und wird hauptsächlich beim Helfertreffen besprochen, das alle zwei Wochen stattfindet.

Rekrutierung und Werbung

Ich war auch neugierig, wie sie neue Mitglieder rekrutieren. Tatsache ist jedoch, dass es keine richtige Rekrutierung gibt. Sie stellen sich vor, z.B. am Mensaabend, und versuchen immer wieder Bekannte darauf aufmerksam zu machen. Der „International Day“ bot auch nochmal eine Plattform, auf der sie ein wenig Werbung für ISN machten.

Für die Werbung der Events zählt das Internet zu den beliebtesten Kanälen. „Das Meiste vermitteln wir über Facebook, indem wir dort Veranstaltungen erstellen und Informationen darüber teilen. Zudem findet man aber auch alle Veranstaltungen und Infos auf unserer Webseite“, sagte Vanessa.

Zusammenarbeit mit INO

Die enge Beziehung zwischen dem ISN und dem International Office darf man nicht übersehen. Einerseits wirkt das ISN aktiv bei den vom INO organisierten Veranstaltungen mit. Bei dem vom INO organisierten „International Day“ präsentiert sich das ISN selbst mit einem Infostand und hilft außerdem, internationale Studierende dafür zu interessieren. Andererseits bekommt das ISN finanzielle Unterstützungen vom INO, das heißt, dass das ISN die Kostenkalkulation der Fahrten immer eng mit dem INO absprechen muss. Auch das Buddy Programm zur Vermittlung von Tandempartnern, wird vom International Office promotet und dann von ISN umgesetzt.

Populäre Events

Die Veranstaltungen der Welcome Week sind wohl am meisten besucht. „Besonders beliebt war dieses Jahr unser Speed Speaking-Event, bei dem wir uns über 80 Teilnehmer freuen durften. Bei den Fahrten und Länderabenden rechnen wir immer mit jeweils 60 Teilnehmern“, sagt Lea.

Schwierigkeiten?

Der dreitägige Ausflug nach Berlin, den ich im letzten Monat mit dem ISN gemacht habe, war vor allem von Vanessa organisiert. Sie gab zu, dass es schon Schwierigkeiten gab: „Man muss sagen, die Fahrt nach Berlin voll zu bekommen war gar nicht so einfach. Es gab zwar genug Bewerber, viele konnten auch leider keinen Platz bekommen, aber es melden sich auch viele an, die am Ende dann doch nicht mehr mitkommen können oder wollen.“ Sie erzählte weiter: „Schwierigkeiten im weiteren Sinn gibt es aber eigentlich keine, es findet sich immer eine Lösung, man ist ja schließlich nicht alleine und einem fällt immer etwas ein!“

Für Lea ist es am schwersten, die Anzahl der Teilnehmenden korrekt abzuschätzen, insbesondere wenn man im Restaurant Tische reservieren möchte. Sie erinnerte sich an die Events, die sie mitgestaltet hat: „Manchmal macht einem auch das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Bei unserer ersten Stadtführung in der Welcome Week hat es z.B. so stark geregnet, dass wir uns spontan ein Alternativprogramm für 50 Studenten ausdenken mussten. Da kommt man als Verantwortlicher schon mal ins Schwitzen. Meistens findet sich aber auch so spontan immer eine Lösung und es ist auch niemand böse, wenn mal was schiefläuft, da wir alle nur Studierende sind, die das ja freiwillig in der Freizeit machen.“

Bei der Arbeit im ISN ist Paco auch auf verschiedene Probleme gestoßen, aber er ist dankbar, dass er sich in einem guten Team befindet, das ihn immer unterstützt. Trotzdem sieht er es als eine der größten Herausforderungen, dass er sich in einer anderen Kultur an neue Arbeitsstile anpassen muss - aber das ist in seinen Augen auch schon ein tolles Erlebnis.

Ihr Optimismus hat mich angesteckt. Gerade weil sie sich so viel dafür engagieren und alles positiv sehen, können sie gemeinsam Probleme beseitigen und viel erreichen. Ich bin schon gespannt auf ihre nächsten Veranstaltungen.

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs und gegenwärtig als Austauschstudentin an der Universität Bayreuth; Korrektur: C. H. Y. & A. P.)

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