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Im Zug


02 March 2018 | By Qi Wanying | SISU

15.20 Uhr. Auf dem Bahnstieg standen die Passagiere, die aus verschiedenen Richtungen gekommen waren. Mit ihrem Gepäck warteten sie auf den Zug. Einige Minuten später wurde der Lärm von weiteren wartenden Menschen immer lauter und lauter. Unbewusst und gleichzeitig bewogen die Menschen sich und ordneten ihr Gepäck. Als der Zug einfuhr, hielt und die Türen sich öffnete, trotteten die Passagiere sich unterhaltend ins jeweilige Abteil. Mit der Fahrtkarte suchten sie nach ihren Plätzen.

Nachdem Max, der Reisende, seinen Platz gefunden und sich hingesetzt hatte, holte er die Kopfhörer heraus und wollte Musik hören. Dann kam eine Mutter mit ihrem Kind und belegte die anderen beiden Plätze neben ihm. So ein Pech, klagte er schweigend. Wie erwartet plapperte das Kind laut drauflos und sang sogar. Als die Mutter endlich mit dem Verstauen des Gepäcks fertig war, schimpfte sie mit ihrem Sohn, „Ruhe!“. Max stellte das Handy lauter und deckte sich mit dem Mantel zu.

15.30 Uhr. Der Zug fuhr ab, das ganze Abteil war noch voller Lärm. Die Reisenden erwarteten aufgeregt die Reise, die nach Hause fahrenden träumten vom Wiedersehen  der Heimat, die Schaffner gingen vorbei und verkauften  überteuerte Snacks, der Lautsprecher gab den Fahrgästen Sicherheitshinweise, und die Personen, die sich erholen wollte, warteten ungeduldig darauf, dass Ruhe einkehrte, und überlegten, ob sie „Ruhe bitte!“ schreien sollten, blieben zuletzt aber still und taten nichts, sie warteten nur ab.

Nach etwa 30 Minuten, wie üblich, war es endlich still, weil fast alle Passagiere beruhigten sich oder sie sich etwas Unterhaltung gefunden hatten, in der sie keine Stimme machen brauchten. Maria, die ihre Sommerferien in einer kleinen Stadt verbringen wollte, wäre wie alle anderen eingeschlafen, statt dessen aber unterhielt sie sich gut mit einem Student neben ihr, der aus einer bekannten Stadt im Süden kam und Jura studierte. Und überraschenderweise dasselbe Ziel hatte wie sie, was sie durch ihre angenehmen Unterhaltung erfuhr. Einen freundlichen und interessierten Fremden kennenzulernen, sei ein großer Zufall, glaubten beide. Deshalb waren sie sehr aufgeregt und wollten nicht schlafen. Manchmal lachten sie laut auf, fast fahrlässig. Dies störte die anderen Schlafenden sicher, aber sie taten nichts, nur machten einige Stimme, so dass die Unterhaltenden sie verstehen und ruhig werden konnten.

Planmäßig dauerte diese Fahrt drei Stunden. Normalweise hält die Ruhe nur ein oder zwei Stunden an. Man kann gut verstehen, dass Schlafen in dem Sitz auch ermüdend ist, besonders nach mehr als eine Stunde. Mehr und mehr Personen erwachten. Sie räkelten sich in ihren Sitzen und gähnten, ihr Blick wurde klarer und die Sinne kamen nach und nach zurück. Als Max erwachte, wurde er schon ins Chaos geschwemmt. Aber wenn man Erholung gehabt hat, wird man nachsichtiger. So ließ er Milde gegen den jungen, nachhaltig lärmenden Nachbarn walten. Ein weiterer Grund war, dass der Zug in etwa 40 Minuten an seinem Ziel ankommen sollte. Er könnte einen Film auf dem Handy ansehen, den er sich vorher heruntergeladen hatte.

18.30 Uhr. Der Zug fuhr langsam in den Bahnhof ein und hielt. Die Menschen darin hatten seit etwa 20 Minuten ihr Gepäck geordnetet, so dass sie den Zug gleich verlassen konnten, wenn die Zugtür sich öffnete. Der Lärm wurde lauter in den Sekunden vor der Türöffnung besonders nachdem der Zug zum Stillstand gekommen war. Aber alle Ungeduld verschwand in der Sekunde, als die Tür offen stand. Alle schwärmten zur Tür, als ob die Tür die nächste Sekunde zugemacht würde. Nur Maria und ihrer neuer Freund bewegten sich langsam und unterhielten sich dabei noch angeregt miteinander, sie hatten vereinbart, zusammen in ihre kleine Stadt weiterzufahren.

Von einem Bahnhof wie andere im Land fuhren die Fahrgäste in ihre Richtung. Ein Zug brachte Fremde in umschlossenen Räumlichkeiten in eine andere Stadt, einmal angekommen gingen sie wieder auseinander, verließen sich, wie sie gekommen waren oder mit speziellen Erlebnissen.

Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs; Korrektur: David Wagner)

 

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