Presse Kontakt

SISU News Center, Office of Communications and Public Affairs

Tel : +86 (21) 3537 2378

Email : news@shisu.edu.cn

Address :550 Da Lian Straße (W), Shanghai 200083, China

Entsprechendes Lesen

Der Erlkönig


25 March 2018 | By Johann Wolfgang von Goethe | SISU

(Vorgelesen von Prof. Dr. Chen Zhuangying,  Dekan der Germanistischen Fakultät der SISU)

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Es ist der Vater mit seinem Kind;

Er hat den Knaben wohl in dem Arm,

Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht ?

Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht ?

Den Erlkönig mit Kron' und Schweif ?

Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

"Du liebes Kind, komm geh mit mir !

Gar schöne Spiele spiele ich mit dir;

Manch' bunte Blumen sind an dem Strand;

Meine Mutter hat manch' gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,

Was Erlenkönig mir leise verspricht ?

Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind!

In dürren Blättern säuselt der Wind.

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn ?

Meine Töchter sollen dich warten schön;

Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn

Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort

Erlkönigs Töchter am düsteren Ort ?

Mein Sohn, mein Sohn, ich seh' es genau;

Es scheinen die alten Weiden so grau.

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;

Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."

Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an!

Erlkönig hat mir ein Leids getan!

Dem Vater grauset's, er reitet geschwind,

Er hält in den Armen das ächzende Kind,

Erreicht den Hof mit Mühe und Not;

In seinen Armen das Kind war tot.

Teilen:

Presse Kontakt

SISU News Center, Office of Communications and Public Affairs

Tel : +86 (21) 3537 2378

Email : news@shisu.edu.cn

Address :550 Da Lian Straße (W), Shanghai 200083, China

Entsprechendes Lesen