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Eine Sondervorstellung im Heidelberger Kino


27 April 2018 | By Jia Luo | SISU

In Heidelberg ins Kino zu gehen, ist auf jeden Fall eine besondere Erfahrung. Es gibt kein großes Kino, sondern vier kleine. Gloria und Gloriette auf der Hauptstraße sind am beliebtesten bei den Zuschauern. Es sind Kinos der Nostalgie: kleine Kasse, kleiner Raum, Popcorn in großer Tüte und alte Stühle. Um Tickets zu kaufen, braucht man keine APP runterzuladen, sondern man muss am selben Tag ein oder zwei Stunden vor Aufführungsbeginn zur Kasse gehen. Für Schüler kostet es normalerweise sieben bis acht Euro. Der Raum kann ungefähr fünfzig Leute aufnehmen. Vor dem Film verkauft eine Frau, die mit einem Korb herumläuft und ihre Waren anpreist, Eis. Das finde ich süß.

Im Kino laufen neue Hollywoodfilme und alte Nischenfilme. Die  Genres sind so vielfältig, dass jeder etwas Interessantes für sich finden kann. Manchmal bietet das Kino auch Sondervorstellungen an. Ich war einmal bei einer Sondervorstellung, bei der der amerikanische Film „Carol“, der bei den Filmfestspielen in Cannes als „bester Film“ nominiert wurde, gezeigt wurde. Diese Sondervorstellung wurde von einer Heidelberger katholischen Kirche unter dem Slogan „das Leben für alle“ unterstützt. Die Kirche hoffte, dass man dadurch das Leben von anderen besser verstehe und akzeptiere. Unter den Zuschauern waren meistens ältere Leute, vielleicht schon über 50 oder 60.  Bevor der Film anfing, diskutierten sie schon heftig miteinander über den Film, denn viele von ihnen hatten ihn vorher schon einmal angeschaut.

Zu dieser Veranstaltung wurde eine Professorin von der anglistischen Fakultät der Universität Heidelberg eingeladen, die dem Publikum etwas von der Entstehungsgeschichte des Films erzählte. Sie machte uns auch auf die geschlechtlichen Verschiedenheiten des Ausdrucks aufmerksam, da der Film von einem männlichen Regisseur gedreht wurde und der zugrundeliegende Roman aber von einer Schriftstellerin stammt.

Der Film war sehr bewegend. Jeder verfolgte den Film mit großer Aufmerksamkeit, wobei ich zwischendurch leichtes Schluchzen hören konnte.  Im Anschluss fand eine Diskussion statt, bei der alle Zuschauer mitmachen konnten. Es wurde über die Vielfalt der Liebe diskutiert und auch über die sozialen Probleme in Deutschland. Es war eine sehr offene und lebendige Diskussion:  Einer nach dem anderen ergriffen sie das Wort und sagten direkt ihre Meinungen dazu. Die Offenheit verwunderte mich sehr.

Die Sondervorstellungen im Kino finde ich sehr schön. Man sitzt zusammen, schaut derselben Geschichte zu, kümmert sich um dasselbe soziale Problem und wird von derselben Atmosphäre berührt: In der modernen Welt ist das halt ein Luxus.

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs; Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

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