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Internationale Konferenz „Mission als transkulturelles und transnationales Phänomen“


06 May 2018 | By Chang Han | SISU

Vom 24.April bis zum 26.April 2018 veranstaltete die Germanistische Fakultät unter der Leitung von Professor HU Kai die internationale Konferenz „Mission als transkulturelles und transnationales Phänomen“ an der Shanghai International Studies University (SISU). Die Experten kamen aus drei Ländern: Deutschland, Russland und China. Die Vorträge fokussierten auf Fragen nach dem Verhältnis von Religion und Kultur, von Mission und Bildung und auf die Frage nach Identitätskonflikten und Identitätskonstruktionen im Zusammenhang mit missionarischen Aktivitäten. Während sich die Mehrzahl der Beiträge mit der Mission in China beschäftigte, so rundeten Beiträge über „Missionstexte auf der Seidenstraße“ oder die „Byzantinische Mission“ oder die „Mission Peters des Großen“ das Bild der Missionstätigkeit im Spätmittelalter, im der Frühen Neuzeit und im 19. Jahrhundert ab.

Im April 1618 verabschiedete sich ein deutscher Jesuitenmissionar aus seiner Heimat in Europa und kam nach China. Mit seinem Wissen und seiner Missionsstrategie wurde er an den Höfen der Ming- und Qing-Dynastien respektiert. Er wurde als erster Ausländer zum Leiter des kaiserlichen astronomischen Instituts ernannt und diente auch als Lehrer des chinesischen Kaisers. Sein Name ist Tang Ruowang. Heute, 400 Jahre später, befassen wir uns noch mit Missionaren und Mission und würdigen sie als Pioniere dieses kulturellen Austauschs zwischen China und anderen Ländern, so der stellvertretende Rektor Herr Prof. Zhang Feng bei der Eröffnungsrede.

Die gemeinsam von der Germanistischen Fakultät der SISU, der Theologischen Fakultät von Humboldt-Universtität zu Berlin, Deutsches Historisches Institut in Moskau geplante Veranstaltung leistete einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der kulturellen Wirkungen der Mission und bot Missionsforschern eine interdisziplinäre und internationale Plattform. Das Themenspektrum war breit und interessant: Theorie und Methoden der Missionsforschung, kultureller Austausch und Kulturimperalismus, Koexistenz, Kolonialismus und Modernisierung, Mission und Gewalt, Mission und Bildung, Identitätskonstruktion bzw. -konflikte im Zusammenhang mit Mission. Die Mission wurde dabei unterschiedlich und kontrovers definiert, interpretiert und erforscht. Noch stärker wurde darüber diskutiert, ob die Missionare beim Kulturtranfer nur als politischer Gesandte wahrgenommen wurden und ob unter dem kulturellen Austausch damals auch kulturelle Invasion verstanden wurde. Besonderes Augenmerk wurde auf die sehr einflussreichen Missionare Richard Wilhelm, Adam Schall von Bell und Karl Gützlaff gerichtet.

Rolf Schieder, Forschungsdekan der Theologischen Fakultät an der Humboldt-Universität zu Berlin, regte bei seiner Abschlussrede an, die Forschung auf folgenden Feldern weiter zu vertiefen: Wurde und wird die Religion damals und heute als kultureller Identitätsmarker missbraucht? Setzt Mission die Anerkennung eines prinzipiellen Pluralismus voraus? Leistet Mission einen Beitrag zur Hybridisierung von Religionskulturen? Wie ist das Verhältnis von Mission im Mittelalter und Mission in der Neuzeit zu bestimmen? Welche Rückwirkungen hatte die Mission in anderen Ländern auf das religiöse Leben im eigenen Land?

Die dreitägige Konferenz wurde von allen Teilnehmern als höchst anregend empfunden und viele sprachen sich für eine Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit aus. Auch die jungen Akademiker bekamen auch viele Inspirationen und Gedankenanstöße.

(Verfasserin: Masterstudentin der Germanistischen Fakultät an der SISU; Korrektur: Prof. Dr. Rolf Schieder)

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