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Ye Yuchen: Kulturberufung der Germanistikstudenten in der Globalisierung


08 July 2018 | By Ye Yuchen | SISU

Am 6. Mai 2018 hat die chinesische Tischtennismännermannschaft gegen die deutsche Männermannschaft den Meistertitel gewonnen. Meine Mutter sagte mir, sie habe nicht gedacht, dass die deutsche Tischtennismannschaft so qualifiziert sei. Darauf antwortete ich: „Deutschland hat bessere Leistungen im Fußball.“ Ich weiß ganz genau, dass Fußball bei den Deutschen, Alten wie Jungen, sehr beliebt ist. Ich erinnere mich an ein Buch von der berühmten Schriftstellerin Long Yingtai aus Taiwan namens „Lieber Andreas“. In einem Kapitel wird erzählt, dass Andreas, der eine Schule in Deutschland besucht, täglich nach der Schulzeit mit seinen Freunden auf dem Sportplatz Fußball spielt und dann ein Glas Bier trinkt.

Als ich meine Mutter darüber informierte, fühlte ich mich so stolz darauf wie ein Sieger über das Sprachlernen und plötzlich bemerkte ich, wie Deutschland mit China, wie Deutsch mit Chinesisch auf eine einfache Weise verbunden werden könnten. Es hat nichts zu tun damit, ob die Autoindustrien in den beiden Ländern wieder zu ernsthaften Differenzen kommen, oder ob die deutsche Kanzlerin Merkel und der chinesische Präsident Xi Jinping ein historisches Treffen ausgeführt haben. Sondern, wir als Germanistikstudierende sollen tiefere gegenseitige Kenntnisse und den Austausch zwischen den Kulturen fördern. Wir sollen die Berufung fühlen, etwas dazu beizutragen.

Wenn ein Germanistikstudent das Übersetzen lernt, was sollte sein Ziel und sein Prinzip sein? Seit kurzer Zeit lese ich einen historischen Roman über Alexander den Großen. Der Schreibstil des Übersetzers ist so komisch, dass ich mich manchmal fühle, als ob ich eine vorgeschichtliche Schrift lesen würde. Dieses Gefühl hat meinen Leseprozess erheblich erschwert, weil ich mehrmals die Bedeutung eines Satzes nicht verstehen konnte. Deshalb sind alle ausgezeichneten Teile, blutige Kriege, reine Freundschaften, schöne Landschaften, interessante Beschreibungen der Kriegsführung, Philosophie und Musik, wegen der Übersetzungsschwäche bis zu einem gewissen Grad überschattet worden. Wenn wir Germanistikstudierende als Übersetzer nicht die Kunst eines Werks von A bis Z vor den Lesern ausbreiten könnten, dann würden wir einen schlechten Eindruck auf sie machen. Sie könnten wegen der Übersetzungsmängel ein gutes Buch verpassen. Und das ist eine Art Verlust der Literatur.

Wenn wir Germanistikstudierende in der Forschung weitergehen möchten, stehen wir auch keiner einfachen Arbeit gegenüber. Wenn wir uns für Linguistik entscheiden, beschäftigen wir uns vielleicht mit dem Spracherwerb. Wenn wir Literatur wählen, arbeiten wir vielleicht an zahlreichen weltberühmten Werken. Was wir tun sollten ist, wenn wir eine Examensarbeit über Elektroenzephalogramme oder die weiblichen Rollen der Romane Stefan Zweigs schreiben, dann können wir anderen Forschern etwas Nützliches hinterlassen, dann können wir die Vorurteile der anderen gegen die Germanistik gewissermaßen abbauen.

Jetzt bin ich Germanistikstudent im zweiten Studienjahr und ich habe die Gelegenheit, nächstes Semester in Deutschland zu studieren. Was kann ich tun? Was können Austauschstudentinnen und -studenten im Ausland leisten? Es muss bemerkt werden, dass wir als Kulturträger dienen. Unsere Kleidung, Essgewohnheiten, Denkweise, unser Wertesystem, sie stehen für einen Querschnitt der chinesischen Gesellschaft. Wir können uns selbst als ein Mittel der Kommunikation zwischen Deutschland und China bezeichnen. Unser Ziel ist, dass wir durch unsere kulturelle Übermittlung auf die Deutschen, die China überhaupt nicht kennen gelernt haben oder niemals in China gewesen sind, einen echten und gerechten Eindruck machen. Wir müssen China von dem Image eines kriegerischen Landes befreien. Wir sollen ihnen erklären, dass China weder eine feudalistische, arme Dynastie ist noch ein Land mit unvorstellbarem Reichtum, in dem jeder Student einen teuren Sportwagen besitzt. Und nicht alle von uns Chinesen sind die Menschen, die im Ausland nichts tun als in zollfreien Läden einkaufen.

Ich fasse meine Rede zum Schluss kurz zusammen:  

Vor dem Hintergrund der Globalisierung hat zurzeit die zunehmende Kommunikation zwischen Deutschland und China mehr Chancen sowie Herausforderungen gebracht. Ob unsere Beziehungen weiter vertieft werden können, hängt davon ab, wie erfolgreich wir Kulturträger durch unsere erlernten Kenntnisse auf die Deutschen sowie die Chinesen wirken können.

(Verfasser: Germanistikstudent des 2. Jahrgangs der Shanghai Jiaotong Universität; Korrektur: Marc Esser. Es gilt das gesprochene Wort!)

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