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Zu Besuch im Michael-Ende-Museum


13 September 2018 | By Chen Xiaonan | SISU

Am 18. Juli fuhr ich von Bayreuth nach München, um am Test-DaF teilzunehmen. Mein Aufenthalt in München dauerte drei Tage, nämlich von 18. bis 20. Juli.

Weil diese Reise hauptsächlich für die Prüfung gedacht war, habe ich vorher keinen Plan für touristische Attraktionen gemacht. Aber als ich am letzten Tag im Olympiapark spazieren ging, fiel mir das Michael-Ende-Museum ein.

„Oh, Gott!“, dachte ich, wie konnte ich das Michael-Ende-Museum vergessen? In China wollte ich schon immer so gern das Museum besuchen. Ich schaute auf meine Uhr: Es war ungefähr 12.00 Uhr. Mein Bus nach Bayreuth fuhr um 15.35 Uhr ab. Ich hatte also nicht so viel Zeit. Ich schaute in Google-Map nach, wo es ist. So, der Olympiapark ist im Norden, Schloss Blutenberg, in dem das Michael-Ende-Museum liegt, ist ganz am Westen und die Flixbus-Haltestelle ist in der Stadtmitte. So ein großes Dreieck, wie konnte ich das in drei Stunden schaffen?

Trotzdem musste ich das Risiko eingehen. Ich hatte einen Plan im Kopf: Wenn alles problemlos lief, konnte ich ca. um 14.00 Uhr im Schloss Blutenberg sein; und dann hatte ich eine halbe Stunde Zeit, das Museum zu besuchen; um 14.30 Uhr würde ich zur Bushaltestelle, dann konnte ich meinen Bus noch erreichen. Perfekt! dachte ich.

Ich lief rasch vom Olympiapark zur Bushaltestelle. Es war sehr heiß. Die Sonne schien herrlich. Ich schwitzte fast am ganzen Körper.

Um 13:45 kam ich schon im Schloss Blutenberg an. Dort ist auch die Internationale Jugendbibliothek. Ich ging direkt zum Michael-Ende-Museum. Der Eingang liegt im Innenhof des Schlosses. „Michael- Ende-Museum, geöffnet: Mi-So 14 – 17 Uhr“, las ich die Infos am Eingang. Ich hatte noch 15 Minuten Zeit. Ich hatte Hunger. „So, jetzt habe ich noch ein bisschen Zeit, vielleicht kann ich sehr schnell etwas zu Mittag essen.“

Ich schaute mich um. „Schlossschänke Blutenberg“ sprang mir ins Auge. Gegenüber dem Restaurant liegt ein kleiner See. Wenn ich da zu Mittag äße, wäre es eine schöne Erinnerung sein, dachte ich und setzte mich auf einen Stuhl.

Es fand dort gerade ein Hochzeitsbankett statt. Die Menschen sahen sehr glücklich aus. Junge hübsche Männer und Frauen. Ich konnte hier das Mittagessen und die schöne Landschaft genießen und dazu noch die fröhlichen Menschen auf einer Hochzeit anschauen. Es gefiel mir sehr.

Aber wo blieb mein Essen? Die Bedienung war allzu sehr beschäftigt. Ich schaute auf meine Uhr. Schon 14.00 Uhr! Vielleicht aß ich bis 14.15 Uhr, und wenn ich erst um 14.45 Uhr das Museum verließ, konnte ich noch gerade meinen Bus erreichen.

Bis ich bezahlt hatte , war es dann schon 14.30 Uhr. Ich beeilte mich. Das Museum befindet sich im 3. Stock des Schlosses. Die Wände des Schlosses sahen schon sehr alt aus, als ob sie gleich fallen würden.

Ich trat durch eine kleine Tür ins Museum. Es ist nicht groß, halt ein Zimmer. Man kann alles, was im Museum ausgestellt wird, schon an der Tür sehen. Neben der Tür saß eine alte Dame. Vor ihr stand ein kleiner Tisch. Alles war schlicht. Ich dachte, das war vielleicht die Kasse.

„Entschuldigung! Das ist das Michael-Ende-Museum?“, fragte ich.

„Ja, Michael Ende. Hier sind die Informationen über ihn.“ Die Dame gab mir eine kleine Broschüre.

„Danke! Muss ich für das Museum bezahlen?“

„Ja, zwei Euro. Aber mit diesem Ticket können Sie auch die anderen zwei Museen im Schloss besuchen. Es ist preiswert.“

„Okay. Ist das alles? Also, dieses Zimmer?“, sagte ich.

„Ja,“ sagte die alte Dame.

Ich holte meine Brieftasche aus meinem Rucksack. „zwei Euro. Ja, aber ich habe nur 10 Minuten Zeit. Ich muss dann sehr schnell zu meinem Bus gehen und fahre zurück. Ich habe keine Zeit, um andere Museen zu besuchen. Aber…“

Ich wollte sagen, dass sich die zwei Euro für mich lohnten, auch wenn ich nur das Michael-Ende-Museum besuchte. Aber bevor ich dies sagen könnte, sagte die Dame zuerst: „Dann machen Sie schnell einen Rundgang. Sie brauchen nicht dafür zu bezahlen.“ Die Dame lächelte zu mir und legte ihren Finger vor ihren Mund. Ich sollte es nämlich nicht lautsagen. Das sei nur unter uns.

„Danke schön! Wissen Sie, Michael Ende ist mein Lieblingsschriftsteller,“ sagte ich zu der Dame.

„Für die Kinder ist es auch frei! Sie sehen auch sehr jung aus.“

„Ja!“, lächelte ich zu der Dame. Mein Herz war mit Glück erfüllt.

Ich machte schnell einen Rundgang und sehr viele Photos.

Dann ging ich wieder zur Kasse. Ich wollte zwei Postkarten zum Andenken kaufen.

„Ich mag Michael Ende sehr. Ophelias Schattentheater ist mein Lieblingsmärchen.“

„Welches?“, fragte die Dame.

„Ophelias Schattentheater!“

„Ach, Ophelias Schattentheater!“

„Dieses Märchen hat mir sehr viel innere Kraft gegeben.“ Ich legte meine Hand auf mein Herz.

Die alte Dame lächelte.

Ich habe zwei Postkarten ausgewählt und wollte bezahlen.

Da sagte sie: „Dann muss ich zwei Euro wieder von Ihnen haben.“

Ich lächelte zurück.

„Könnten Sie mit mir zusammen ein Photo machen? Ich mit Ihnen?“, fragte ich.

„Ja, sehr gerne!“

Nach dem Foto musste ich das Museum schnell verlassen, um meinen Bus zu erreichen. Ich verabschiedete mich von der alten Dame.

„Ciao!“

„Ciao!“

Ich war tief beeindruckt. Ich sagte zu mir: „Wenn ich nächstes Mal nach München fahre, werde ich das Michael-Ende-Museum unbedingt noch einmal besuchen.“

(Verfasser: Germanistikstudent des 3. Jahrgangs; Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

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