Presse Kontakt

SISU News Center, Office of Communications and Public Affairs

Tel : +86 (21) 3537 2378

Email : news@shisu.edu.cn

Address :550 Da Lian Straße (W), Shanghai 200083, China

Entsprechendes Lesen

Ein Tag im Goethe-Haus


05 December 2018 | By Zheng Siwei | SISU

Am letzten Wochenende im Oktober fuhr ich von Bayreuth nach Frankfurt, um das Goethe-Haus zu besuchen.

Seit ich in China Germanistik studiere, habe ich viel über Goethe gehört und gelesen. Ich bin sowohl an seinen großen Werken als auch an seiner Persönlichkeit interessiert. Es freut mich deshalb sehr, während meines Austauschsemesters den Kurs „Die Lyrik des jungen Goethe“ besuchen und das Haus in Frankfurt, in dem Goethe einmal gelebt hat, besichtigen zu können.   

Es war kurz vor 10.00 Uhr. Es dauerte noch einige Minuten, bis es geöffnet wurde. Ich stand auf der Großen Hirschgraben-Straße und schaute mir das Gebäude an. Es ist ein vierstöckiges Haus mit hellroten und hellgelben Farben.

„Wie schön, dass das Haus so gut geschützt ist! Es scheint, dass jemand noch in diesem Haus lebt“, meinte ich.

10.00 Uhr. Ich kam rein. Der Eingang war eigentlich in einem anderen Haus, das als Goethe-Museum dient. Als ich ins Museum eintrat, wurde ich durch einen Satz an der Wand angezogen. „Nie standen die Frauen an ihrem gehörigen Platze...“, las ich leise. Eigentlich hätte ich nie gedacht, im Goethe-Museum einen Spruch über Frauen zu lesen. Als ich weiterlas, bemerkte ich, dass sie eigentlich von Charlotte von Stein, Schriftstellerin, Freundin und Mentorin von Goethe stammten.

Charlotte von Stein war eine wichtige Bezugsperson Goethes in seinen ersten Weimarer Jahren. Aber leider findet sie bis heute fast ausschließlich in Bezug zu Goethes Leben und Werk Beachtung. Das hat sie wohl während ihrer Lebenszeit erkannt und deshalb diesen Satz geschrieben. „Wie immer!“, dachte ich.   

Es war eine Sonderausstellung über Charlotte von Stein. Ich war froh, diese Ausstellung mit Erinnerungsstücken, Werkmanuskripten, Bildnissen und Briefen besichtigt zu haben, sodass ich einen ersten direkten Eindruck von der vielseitigen Persönlichkeit dieser interessanten Dame bekommen konnte. Am Ende der Ausstellung gab es ein Charakterbild, auf dem jeder Besucher nach dem Besuch sie charakterisieren sollte. Diese interaktive Form gefiel mir sehr.

Was mich noch beeindruckte, waren die Uhren und Bücher im Goethe-Haus. Fast jedes Zimmer in jedem Stockwerk hat eine Uhr. „Vielleicht gibt es in diesem Haus genauso viele Uhren wie seine Bücher“, sagte ich zu meiner Freundin lächelnd. Aber das stimmte ja nicht. Im dritten Stockwerk besuchte ich das Studienzimmer, in dem zahlreiche Bücher in den Regalen standen. Unzählige dicke Bücher… Das konnte ich nur bewundern.

In diesem Haus kam Johann Wolfgang Goethe am 28. August 1749 zur Welt und im Jahr 1775 übersiedelte er nach Weimar. Eine Silhouette in seiner Größe stand am Ausgang des Hauses. „Adieu“, verabschiedete ich mich von ihm. Er stand da ruhig, als ob er mich anschaute und zu einem nächsten Besuch einlüde.

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs und gegenwärtig als Austauschstudentin an der Universität Bayreuth; Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

Teilen:

Presse Kontakt

SISU News Center, Office of Communications and Public Affairs

Tel : +86 (21) 3537 2378

Email : news@shisu.edu.cn

Address :550 Da Lian Straße (W), Shanghai 200083, China

Entsprechendes Lesen