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Freundschaft geht durch den Magen


18 December 2018 | By Wang Wenjia | SISU

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon eineinhalb Monate habe ich in Bayreuth, einer kleinen, ruhigen und grünen Stadt, gelebt. Inzwischen habe ich Freunde aus aller Welt kennen gelernt, was mein Studienleben noch schöner macht. Als mir Federica, meine italienische Freundin bei der Unterhaltung einmal gesagt hat, dass sie Appetit auf chinesisches Essen habe, habe ich den Entschluss gefasst, sie und Tomomi, meine japanische Lernpartnerin zum Essen einzuladen. 

Da ich nicht so viele Kocherfahrungen hatte, habe ich mich vor allem an meine Mutter gewandt, damit meine Gäste gut ,,bedient“ werden konnten. Sie hat mir einige Ratschläge gegeben und mich insbesondere auf die Farbenkonstellation der Gerichte aufmerksam gemacht. Ich habe darüber hinaus noch online im chinesischen Kochbuch nachgeschlagen und mir kurz überlegt, welche Zutaten und Gemüse ich im lokalen Supermarkt finden konnte. So hatte ich vor dem Schlafengehen eine Speisekarte und eine Kaufliste für den kommenden Tag in der Hand. 

Als der Tag kam, bin ich früher aufgestanden, obwohl wir vereinbart hatten, uns erst um 12.00 Uhr bei mir zu treffen. Alles hat sich reibungslos vollzogen, wie ich es geplant hatte: einkaufen, waschen, schälen, schneiden, frittieren, rühren und würzen. „Hoffentlich habe ich alles richtig gemacht“, dachte ich mir. Als ich meine ausländischen Freundinnen nach dem Probieren nicken sah, ist mir endlich ein Stein vom Herzen gefallen.

Beim Essen habe ich bemerkt, dass die Essgewohnheiten von Italienern und Japanern zu unterscheiden sind. Meine japanische Freundin hat gerne zu „frischen Möhren mit Blumenkohl“ mit wenig Zutaten gegriffen, hingegen hat die Italienerin mehrmals scharfe Auberginen mit Knoblauch probiert. Naja, über den Geschmack lässt sich nicht streiten. Die Soße hat ihnen beiden gut geschmeckt und sie waren neugierig auf mein Kochrezept. 

Nach dem Essen hat uns Federica ihre Universität in Mailand die im letzten Jahrhundert gebaut wurde, vorgestellt und viele Fotos gezeigt. Tomomi hat uns etwas von ihrer Heimatstadt, Nagoya erzählt. Ich habe ihnen ein kurzes Video von der SISU gezeigt und daneben etwas von meiner Heimatstadt Taiyuan erzählt. Da wir drei als Austauschstudentinnen Germanistik für sechs Monate an der Universität Bayreuth studieren und gemeinsame Hobbys wie Sport haben, haben wir viele gemeinsame Gesprächsthemen. 

Im Deutschen sagt man: „Liebe geht durch den Magen.“ Im engeren Sinn bezieht es auf ein Liebespaar, aber im weiteren Sinne kann man es wohl auf freundschaftliche Beziehungen übertragen. Das Essen hat uns einander nähergebracht, so dass die Grenze und Fremdheit zwischen uns, die auf verschiedene Nationalität und unterschiedliche Kulturhintergründe zurückzuführen ist, allmählich verschwindet. Das Gespräch beim und nach dem Essen bietet auch einen Zugang zur anderen Kultur, so dass wir mehr Verständnis füreinander haben. 

Zwei Stunden nach unserem Abschied habe ich eine Nachricht von Federica gesendet bekommen: „Vielen Dank, Nina!! Alles schmeckt mir gut! Nächstes Mal genießen wir den italienischen Abend -:)“ Darauf freue ich mich schon.

(Verfasserin: Germanistikstudentin des 3. Jahrgangs und gegenwärtig als Austauschstudentin an der Universität Bayreuth; Korrektur: C. H. Y. & G. O.)

 

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